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Das Förderprogramm Klimarappen

Finanzielle Unterstützung bei energetischer Erneuerung von Flachdächern

Bei der Planung einer Flachdachsanierung stellt sich heute unweigerlich die Frage nach einer gleichzeitigen Verbesserung der energetischen Gesamtbilanz des Gebäudes. Oft werden deutliche Mehrkosten in Kauf genommen, um zum Beispiel die Wärmedämmung (den sog. U-Wert) zu verbessern. Was viele unserer Kunden nicht wissen ist, dass sie von verschiedenen Stellen auch finanziell bei derartigen Sanierungen unterstützt werden. Eine dieser Möglichkeiten ist das Förderprogramm Klimarappen.

Die Stiftung Klimarappen ist eine freiwillige Massnahme der Schweizer Wirtschaft für einen wirksamen Klimaschutz. Sie hat sich gegenüber dem Bund verpflichtet, im Zeitraum 2008 bis 2012 zwölf Millionen Tonnen CO2 zur reduzieren, davon mindestens 2 Mio Tonnen im Inland. Finanziert wird die Stiftung durch eine Abgabe von 1.5 Rappen pro Liter auf allen Benzin- und Dieselimporten. Die Stiftung erreicht ihr hoch gestecktes Ziel durch Investitionen in verschiedene Programme, darunter in das sogenannte Gebäudeprogramm (vgl. Grafik 1 und 2, Quelle Jahresbericht Stiftung Klimarappen).

Im Zentrum des Gebäudeprogramms steht die energetische Erneuerung der Gebäudehülle bestehender Bauten, d.h. Dach, Wand und Fenster. Das Programm läuft seit dem 1. Juni 2006 und stellt bis Ende 2009 165 Mio. Fr. zur Verfügung. Durch entsprechende Finanzierungbeiträge konnte bereits grosse Mengen an CO2 eingespart werden (Grafik 3).

Vorbedingungen für finanzielle Beteilung
Um in den Genuss der Förderbeiträge zu kommen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Ganzes Gebäude, d.h. Sanierung aller drei Elemente der Gebäudehülle (Dach, Wand, Fenster) gemäss den energetischen Anforderungen des Gebäudeprogramms. Dies ergibt einen zusätzlichen Bonus
  • Sanierung von 2 der 3 Elemente der Gebäudehülle gemäss den energetischen Anforderungen des Gebäudeprogramms
  • Vervollständigung bereits früher sanierter Bauteile gemäss den Anforderungen
  • Erneuerung von mindestens 65% der Gebäudehülle
  • Erneuerung von mindestens 1’500m2 der Gebäudehülle (pro Gebäude)
  • Die beiden letzten Punkte sind insbesondere für grosse Industriebauten oder Wohnungskomplexe relevant.

Nebst einer dieser Förderbedingungen müssen sämtliche der folgenden Kriterien erfüllt sein, um einen Förderbeitrag der Stiftung Klimarappen beanspruchen zu können:

  • Die geplanten Erneuerungsmassnahmen sind noch nicht im Gang, müssen jedoch 12 Monate nach der Zusage abgeschlossen sein.
  • Der Eigentümer legt ein fachmännisch ausgearbeitetes Vorprojekt gemäss SIA vor.
  • Das Gebäude ist vor 1990 erstellt worden.
  • Das Gebäude ist jetzt mit Öl, Gas oder Kohle beheizt (ausser in den Kantonen ZH, AG, BE, VS, FR, NE und VD. Diese Kantone unterstützen zusätzlich auch Erneuerungen, unabhängig wie das Gebäude beheizt wird).
  • Die Raumtemperatur in den beheizten Räumen beträgt mindestens 18°C
  • Die Investitionssumme beträgt mindestens Fr. 20'000.- (inkl. MWSt, jedoch ohne allfällige Kosten für Anbauten und Erweiterungen).
  • Das Gebäude ist nicht Teil einer freiwilligen Zielvereinbarung mit der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW).

Förderstufen und Beiträge
Das Gebäudeprogramm sieht verschiedene Förderstufen und Beiträge vor. Diese sind auf die geplanten energetischen Erneuerungen ausgerichtet und richten sich nach Quadratmeter des erneuerten Bauteils. Für den von TECTON erneuerten Bauteil Dach ist der Förderbeitrag wie folgt geregelt:

Grundförderung (Grafik 4):
Fr. 20.-/m², wenn neu zusätzlich ≥ 16 cm homogene Wärmedämmung angebracht wird, oder wenn gemäss beizulegender U-Wert Berechnung mit Schichtaufbau ein max. U-Wert von 0,23 W/m²K erreicht wird.
Optimiert:
Fr. 30.-/m², wenn neu zusätzlich ≥ 20 cm homogene Wärmedämmung angebracht wird, oder wenn gemäss beizulegender U-Wert Berechnung mit Schichtaufbau ein max. U-Wert von 0,20 W/m²K erreicht wird.
Bonus Minergie oder Bonus Gesamterneuerung: zusätzlich Fr. 10.-/m²
Die Kantone Zürich, Bern und St. Gallen erhöhen den Beitrag der Stiftung Klimarappen um 33%, die Kantone Aargau, Wallis, Neuenburg, Waadt und Freiburg um 100%.

Aussichten
Das Gebäudeprogramm läuft voraussichtlich per Ende 2009 aus. Bereits heute sind in verschiedenen Kantonen (z.B. Luzern und St. Gallen) die Budgets bereits erschöpft. Die Zeichen mehren sich aber, dass weitere Fördergelder bereit gestellt werden. Es lohnt sich, vor einer anstehenden Sanierung zusammen mit den Spezialisten der TECTON abzuklären, welche Möglichkeiten für Ihr Projekt bestehen.

Dr. André Schreyer
Kilian von Deschwanden


Mehr Informationen unter:
www.gebaeudeprogramm.ch
www.bfe.admin.ch/energie